Interteam-Einsatz

Organisationsberatung

für AOPEB / CPILAP

Im Folgenden werden die lokalen Partnerorganisationen sowie die Arbeitsaufgaben von Daniel Ott kurz vorgestellt.

Die lokalen Partnerorganisationen

AOPEB: Asociación de Organizaciones de Productores Ecológicos de Bolivia
(Nationaler Wirtschaftsverband von Produzentenorganisationen ökologischer Agrarprodukte)

  • (Nationaler Wirtschaftsverband von Produzentenorganisationen ökologischer Agrarprodukte)AOPEB wurde 1992 mit dem Ziel gegründet, mittels dem Zusammenschluss von bolivianischen Kleinbauern den in Europa und Nordamerika vorhandenen Markt für ökologische Agrarprodukte nutzen zu können. Als nationaler Wirtschaftsverband vertritt AOPEB die Interessen seiner Mitgliederorganisationen auf nationaler und internationaler Ebene und interveniert bei der Regierung zugunsten besserer Rahmenbedingungen für die Produzenten von Bioprodukten. AOPEB strebt die Überwindung des parasitären Zwischenhandels in Bolivien an und fördert die direkte Verarbeitung der Produkte durch die kleinbäuerlichen Produzenten. Der Verband senkt die Zertifizierungskosten für die Produzenten und sorgt dafür, dass die Qualität der Produkte den international geforderten Standards entspricht. AOPEB bildet Kleinbauern in ökologischer Produktion und Verarbeitung von Agrarprodukten aus und fördert den Wissenstransfer zwischen den Mitgliederorganisationen. All diese Aktivitäten haben die Verbesserung der Lebensbedingungen der kleinbäuerlichen Produzenten und ihrer Familien zum Ziel. AOPEB verfügt über 35 Mitgliedorganisationen wie Genossenschaften, Bauernvereinigungen, Nicht-Regierungsorganisationen sowie Verarbeitungsbetriebe, die im Besitz von Kleinbauern sind. Diese Organisationen umfassen schätzungsweise 25,000 Produzenten mit ihren Familien. Die meisten dieser Menschen sind sogenannte Indígenas, d.h. sie gehören zu jenen ethnischen Gruppen, die bereits vor der Kolonialisierung in Bolivien lebten und die seit Jahrhunderten unterdrückt und als minderwertig behandelt werden. AOPEB hat mittlerweile nationale und internationale Anerkennung erreicht. Die Regierung hat versprochen, die Qualitätsnormen der AOPEB für die gesamte ökologische Agrarproduktion im Lande verbindlich zu erklären. AOPEB vertritt die bolivianischen Produzenten auf internationalen Messen und Konferenzen und erschliesst dabei immer wieder neue Absatzmärkte für bolivianischen Ökoprodukte wie Kaffee, Kakao, Quinua oder Dörrfrüchte.

CPILAP: La Central de Pueblos Indígenas de La Paz
(Interessenvertretung der Indígenavölker von La Paz)

  • Die ethnischen Gruppen der Tacanas, Mosetenes und Lecos leben in den tropischen Tälern (Yungas) im Norden von La Paz. Sie fühlen sich seit Jahrhunderten von den politischen Behörden diskriminiert, konnten bisher aber ihre kulturelle Identität (Mythen, Feste, Religion, Sprachen) und ihre traditionellen Lebensformen (Subsistenzlandwirtschaft, Fischen, Sammeln, Jagen) weitgehend bewahren. Sie sehen sich heute zunehmend mit der Zerstörung ihrer Wälder, der Verschmutzung ihrer Flüsse und der unrechtmässigen Besetzung ihres Gemeindelandes durch monokulturelle Agrarbetriebe (wie Viehwirtschaft oder Soja) konfrontiert. Um ihre Interessen auf departementaler, nationaler und internationaler Ebene besser vertreten zu können, haben sie 1997 die CPILAP gegründet. In der CPILAP sind vier Indígena-Organisationen angeschlossen, welche rund 20'000 Menschen in 77 Gemeinden vertreten. Die Hauptaufgabe der CPILAP besteht im Erlangen von formellen Rechtstiteln für rund 1,2 Millionen Hektaren Land, auf das die Gemeinden rechtmässig Anspruch haben. Die ethnischen Gruppen der CPILAP streben die Anerkennung als eigenständige Völker an, welche das Recht haben, ihre Kultur, Sprache und Lebensweise auszuüben und zu bewahren. Mittels der ökologischen Agrarproduktion soll zudem die ökonomische Lebenssituation in den Gemeinden verbessert werden. Die CPILAP hat in La Paz eine ständige Vertretung eröffnet, welche zur Erreichung dieser Ziele politische Lobby-Arbeit zugunsten der drei Völker betreibt. Die Organisation ist noch im Aufbau begriffen und wird dabei von AOPEB unterstützt. Die CPILAP ist Mitglied sowohl der nationalen als auch der internationalen Indígena-Bewegung.

Arbeitsaufgaben von Daniel Ott

AOPEB/CPILAP haben bei Interteam ein Gesuch um personelle Unterstützung eingereicht. Sie suchen zur Ergänzung der vorwiegend mit Bauern und Agronomen zusammengesetzten Leitungsgremien einen Soziologen oder Politologen. Die externe Fachperson soll folgende Aufgaben übernehmen:

a) AOPEB

  • Mitarbeit bei der Entwicklung politischer Strategien zur Förderung von Produktion und Konsum ökologischer Agrarprodukte in Bolivien
  • Beratung für die organisatorische Entwicklung und Stärkung von AOPEB und ihrer Mitgliederorganisationen.

b) CPILAP

  • Mitarbeit beim organisatorischen Aufbau von CPILAP
  • Beratung bei der Ausarbeitung von Projekten zur Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Lebensbedingungen in den angeschlossenen Indigena-Gemeinden.

Weitere Projektinformationen

In Rundbriefen werden Daniel und Irene regelmässig über ihre Projekteinsätze in Bolivien informieren. Dies gibt ihnen die Gelegenheit, regelmässig ihre Arbeit zu reflektieren und ermöglicht den Leserinnen und Lesern im Norden einen tiefen Einblick in Kultur und Lebenssituation der Menschen im Süden. Wer diese Rundbriefe gerne kostenlos erhalten möchte (ca. 2 pro Jahr), kann sich per Email daniel@interlama.net oder per Post: Daniel Ott c/o R. Ott-Steffen; Emanuel-Büchelstr. 2; 4052 Basel einschreiben (sofern dies nicht bereits geschehen ist).


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Letzte Aktualisierung am 17. September 2002.
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