Ecos de La Paz 02 / Octubre 2001

AOPEB in Apolo

Seminar über die biologische Landwirtschaft und Besuch von Bauerngemeinden in Apolo.
23. - 29. August 2001

Apolo

ist eine abgelegene und fast vergessen gegangene Kleinststadt, die in einem grossen Tal im Norden des Departements von La Paz (Provinz Franz Tamayo) liegt.
Apolo mit seinen schätzungsweise 2000 EinwohnerInnen war bis vor rund 7 Jahren nur mit dem Flugzeug erreichbar. Heute gibt es eine abenteuerliche Holperstrasse, die mit speziell starken und hochgebockten Geländewagen befahren werden kann und während der Regenzeit meist wochenlang unpassierbar ist.
Mit einem Geländewagen samt Chauffeur sind wir am frühen Morgen über Hochebenen, zwei Pässe (5000 m) und durch enge Täler geholpert, haben die unterschiedlichsten, über weite Strecken unbesiedelten Landschaften bewundert, nur drei kurzen Essenspausen eingeschaltet und erreichten nach 18 Stunden müde und weichgeklopft Apolo
Tal mit Blick auf Titicacasee
Zu klein? Klick darauf!
Tal mündet im Titicacasee
Equipo

Nelson, Moises, Javier, Marcial, Santiago
Hochebene

Hochebene (5000 m.ü.M.)
Das Team von AOPEB bestand aus dem Agronomen Nelson, dem Direktoriumsmitglied und Kaffeebauern Don Marcial und mir. Wir reisten nach Apolo um Werbung für die biologische Landwirtschaft zu machen und die interessierten Bauern über die Bedingungen der Bio-Zerfizierung aufzuklären.
Wir reisten auf Einladung von CARE Bolivia, der einzigen ONG, welche im im abgelegen Apolo-Tal tätig ist.
Mit uns reiste Javier, der "Hansdampf" von CARE, mit dem ich auch im Bambus-Projekt zusammenarbeite. Moises, ein junger Agro-Student aus den Nor-Yungas, dem wichtigsten Kaffeeanbaugebiet Boliviens, begleitete uns, um die Bauern in Apolo bei der Verbesserung ihrer Produktion zu unterstützen. Begleitet hat uns auch Santiago, President von CPILAP (bis Ende September), der in der Nähe von Apolo zuhause ist. Terrassierte Hänge im Tal von Chirazani

Terrassierte Hänge im Tal von Charazani
Apolo

Die Kleinststadt Apolo
Plaza Principal mit Centro Cultural
Plaza Principal mit Centro Cultural
Die Kleinststadt Apolo besteht aus ca. 10 rechtwinklig angelegten Staub-Strassen. Die Bewohner verfügen während drei Stunden über Strom, nämlich Abends zwischen 7 und 10 Uhr.
Es gibt genau ein Telefon in Apolo. Wer einen Anruf bekommt, wird mit dem Megafon ausgerufen: "Herr Sanchez, sie haben einen Anruf, kommen Sie schnell zur Telefonstation!"
In Apolo gibt es eine Kaserne und jeden Montagmorgen spielt die Militärkapelle auf dem grossen, mit Gras und buschigen Bäumen bewachsenen Dorfplatz einen Marsch, während die Bolivianische Fahne gehisst wird. Das ist dann zugleich der kulturelle Höhepunkt der Woche.
Es leben nur noch wenige junge Menschen in Apolo, denn der wichtigste Effekt, den die Zufahrtstrasse bewirkt hat, ist die rasche Emigration der jungen Arbeitskräfte nach La Paz.
Seminar im Centro Cultural
Das eintägige, mit 140 TeilnehmerInnen gutbesuchte Seminar, fand im Centro Cultural statt.
Nach dem Seminar besuchten wir während drei Tagen verschiedene Gemeinden, um die Produktions- und Lebensbedingungen der Menschen besser kennenzulernen.
Die meisten der umliegenden Dörfer sind nur über Trampelpfade in 4-stündigen bis zweitägigen Wanderungen erreichbar. Die Bauern schleppen ihre Produkte in stundenlangen Märschen zur nächsten Strasse oder nach Apolo, wo sie gegen andere wichtige Lebensmittel zu einem Spottpreis eingetauscht werden.

Tal rund um Apolo

Apolo liegt in einem weiten,
hügeligen Tal.
Bescheidene Wohnverhältnisse

Auf dem Land leben die Menschen in äusserst bescheidenen Verhältnissen,...
... ohne Zugang zu Strom, Trink- und Abwassersystemen. Sie sterben oft früh an heilbaren Krankheiten oder Bissen von giftigen Schlangen, da es keine ausreichende Gesundheitsversorgung gibt.
Viele Kinder müssen stundenlang bis zur nächsten Schule laufen. In Apolo überlebten trotz der Agrarreform in den 50er Jahren bis vor kurzer Zeit die Grossgrundbesitzer, welche die einheimische Bevölkerung (vorwiegend Indigenas der ethnischen Gruppe Leco) zu unbezahlter Fronarbeit zwangen.
Abgeholzte Wälder
Die ursprünglichen Wälder wurden über weite Strecken abgeholzt oder...
Brandrodungen und Erosion
...abgebrannt. Die Konsequenz davon ist eine starke Erosion.
Es gibt aber auch Positives zu berichten: So ist das Klima in Apolo vorzüglich:warm aber nie drückend heiss, da immer ein angenehmes Lüftchen geht.
Die jahrhundertelange Abgeschiedenheit und Armut hat bewirkt, dass es nur wenig Verschmutzung gibt und die Bauern ohne chemische Zusatzstoffe produzieren.
Das Tal von Apolo ist in vielen Zonen äusserst fruchtbar und es gedeihen alle erdenklichen Agrarprodukte:
Yuca

Yuca
Bananen, KaffeeddddAmaranto
Bananen, Kaffee ddddddd Amaranto
Achiote
Achiote wird zum Färben verwendet
Bohnen

Bohnen (Frijoles)
Chancaca

Chancaca wird aus Zuckerrohr hergestellt


Honig wilder (Bild) und gezüchteter Bienen


Das Seminar und die Besuche in verschiedenen Gemeinden hat vielen Bäuerinnen und Bauern die biologisch-zertifizierte Landwirtschaft näher gebracht. VetreterInnen von Bauern- und IndigenavertreterInnen haben zusammen mit den Gemeindebehörden eine Erklärung unterschrieben, in der sich die Unterzeichnenden verpflichten die biologischen Landwirtschaft in Apolo zu fördern.

Seitenanfang

Ecos aus dem Projekt
von Daniel
Schweizer Architekten und Daniel in Chiquitos: Fotos
=> Erziehungsreform
=> Lebensmittelgeschenke
Projektseite
von Irene
Private Seite von Daniel / Irene