Ecos de La Paz 03 / Septiembre 2002

Ecos aus dem Projektumfeld
Organisationsberatung

Biodiversität und Indígenas

Die biologische Vielfalt ist die Basis der Ernährungssicherheit und unabdingbar für eine nachhaltige Landwirtschaft. Der grösste Teil der biologischen Vielfalt kommt in den warmen Ländern des Südens, im Meer und in den tropischen Regenwäldern vor. Über 90% der Pflanzen beispielsweise stammen aus tropischen und subtropischen Entwicklungsländern. Auf nur gerade 7% der Erdoberfläche wachsen 60-70% der gesamten Pflanzenvielfalt.
Die Biodiversität ist Rohstoff der Gentechnik und wird durch diese zugleich stark bedroht: die wissenschaftliche Meinungen über die Gefahren der Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen scheinen unvereinbar, während Patente von multinationalen Konzernen für Pflanzen und genetische Ressourcen, die vorwiegend in den Ländern des Südens gefundenen werden, den freien Zugang zur biologischen Vielfalt gefährden.
Der Verlust der Artenvielfalt geht dramatisch schnell vor sich und wird unter anderem verursacht durch die Abholzung der Wälder, die zerstörerische Ausbeutung der Öl-, Gas und Edelmetallvorkommen, eine intensive, mit chemischen oder gentechnischen Hilfsmitteln operierende Landwirschaft, zu hoher Viehbestand oder kurz: eine Ausbeutung, welche die produktive und potentielle Kapazität der Ökosysteme übersteigt.
Entstehung und Bewahrung biologische Vielfalt beruhen auf Interaktionsprozessen zwischen lebenden und toten Elementen, einschliesslich der Evolution des Menschen. Folglich spielt der Mensch eine wichtige Rolle hinsichtlich der Förderung aber auch Bedrohung der Biodiversität.
Die kulturelle Vielfalt ist Teil der biologischen Diversität und dient den Menschen als wichtiges Hilfsmittel, um sich an die sich ständig wandelnde Umwelt anzupassen.
Die 1993 verabschiedete internationale Biodiversitätskonvention will die Artenvielfalt schützen, nachhaltig nutzen und zu mehr Gerechtigkeit zwischen Nord und Süd beitragen.
So fordert sie in Artikel 8, dass die Kenntnisse, Innovationen und Praktiken der indigenen Gemeinden respektiert, geschützt und erhalten bleiben, da sie einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung und nachhaltigen Nutzung der Biodiversität darstellen. Die Anwendung solcher traditioneller Techniken und Erfahrungen in anderen Gebieten soll gefördert werden, sofern die Zustimmung und Teilnahme ihrer Urheber gewährleistet ist. Die daraus erzielten Nutzen sollen gerecht verteilt werden.
Die Völker von CPILAP leben in einem ökologisch äusserst wertvollen Korridor, der vom Nationalpark Vilcabamba in Peru bis um Amboró-Park in Bolivien reicht.

Vlcabamba-Amboró-Korridor

Dieser rund 300'000 km2 grosse ökologische Korridor ist Teil des Tropical Andes Biodiversity Hotspot, dessen Biodiversität nachfolgende Zahlen eindrücklich darlegen:
  • 45'000 - 50'000 Pflanzenarten oder rund 15 % der Welt
  • 1'666 Vogelarten, wovon 41% endemisch sind
  • 414 Arten von Säugetieren, davon 16% endemisch
  • 830 verschiedene Amphibien und 479 Reptilienarten, wobei 73% bzw. 46% nur innerhalb dieses Hotspot leben.
Die Lebensgebiete der Leco-, Tacana- und Mosetén-Völker sind zudem von zahlreichen Nationalparks und Naturreservaten umgeben, die eine aussergewöhnliche pflanzliche, tierische und genetische Vielfalt aufweisen.


Seinen grossen Reichtum an biologischer Vielfalt verdankt Bolivien nicht zuletzt den Kenntnissen und nachhaltigen Verhaltensweisen der indigenen Gemeinden.
In Bolivien befinden sich die letzten ursprünglichen Wälder sowie die reichhaltigsten Vorkommen von Flora und Fauna in jenen Gebieten, wo die Gemeinschaften der indigenen Völker noch relativ intakt leben, während überall dort, wo diese Völker verschwunden oder von Ausrottung bedroht sind, die ursprünglichen Wälder abgeholzt wurden, sowie die biologische Vielfalt stark zurückgegangen ist.

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Ecos de La Paz 03 / Septiembre 2002 Ecos aus dem Projekt von Daniel Ecos aus dem Projekt von Irene Private Seite von Irene und Daniel interlama-home